Open Science

Web 2.0, also das interaktive Internet mit gemeinsam erstellten und bearbeiteten Inhalten, Wikipedia, Blogs, Twitter und Co. sind auns allen ein Begriff. In der Wissenschaft, bzw. dem Umgang mit wissenschaftlichen Daten und Artikeln ist diese Modernisierung bisher nicht angekommen, dabei war die schnellere und bessere Verarbeitung von eben diesen Daten doch einmal der Grundgedanke, der zur Entwicklung des Internets geführt hat.

Auf Adoas Blog habe ich von einem den höchst interessanten und Schwierigen Gedanken gelesen wie dieser Knoten gelöst werden kann und dass er gelöst werden sollte.

Beispielsweise James Boyle und Michael Nielsen sind zwei Vertreter der wachsenden Gruppe, die die Idee des offenen Umgangs mit wissenschaftlichen Erkenntnissen vorantreiben. Im modernen Internet können Inhalte, welche hinter den Firewalls der urheberrechtlich geschützter wissenschaftlicher Zeitschriften verborgen sind, nicht untereinander Verknüpft und von entsprechend programmierten Datenbanken effizient organisiert werden.

Erkenntnisse, Gedanken und Daten werden oft so lange im Verborgenen gehalten, bis eine kommerzielle Verwertung in Aussicht steht. Und das ist im Prinzip auch schon das größte Problem.

Wenn man seine Trümpfe (sprich: Daten und die entsprechenden Gedanken dazu) zu früh aus der Hand gibt ist es in der heutigen wissenschaftlichen Welt schwer Reputation, Lohn und Brot zu erhalten. Die eigene Karriere wird in der heutigen Wissenschaftswelt eben doch nur durch Veröffentlichungen in renomierten Zeitschriften vorangetrieben.

Trotzdem existieren Projekte, die auf ungewöhnlichen Wegen schneller und effizienter zu dann doch gewöhnlichen Ergebnissen gelangen. Als Beispiel nennt Nielsen das Polymath Blog. Die Idee von Tim Gower (is massively collaborative mathematics possible?, 2009) gemeinsam, vollkommen offen an einem mathematisches Problem zu arbeiten war höchst erfolgreich. Einige Probleme konnten gelöst und die Ergebnisse veröffentlicht werden. Und das Projekt lebt weiter und hat sogar einige Nachahmer gefunden.

Meine These:

Im Zuge der Machtübernahme der jetzigen “Internetgeneration” in der wissenschaftlichen Welt in den nächsten Jahren werden solche moderneren Ansätze immer mehr an Zahl und Gewicht gewinnen.

Vorstellbar wäre natürlich auch eine Vernetzung aller großen Zeitschriften hinter deren Firewalls, um die Möglichkeit der Verlinkung, Bewertung und Diskussion im Rahmen eines Web 2.0 zu erlauben. Die Frage ist stets ob sich darau Gewinn schlagen lässt oder nicht. Die kommerziell arbeitenden, etablierten Institutionen werden ansonsten keinen Finger krümmen. Schade eigentlich, wo es doch um einen Dienst an der Menschheit geht…

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Peter Pan. Kann fliegen mit Feenstaub.

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Posted in Technik, Wissen und Wissenschaft
3 comments on “Open Science
  1. Adoa says:

    Ja! Internetgeneration übernimmt langsam die Gesellschaft in allen Bereichen. In der Politik: Piraten in Berlin/Arabischer Frühling, …

    Dabei sind das doch einfach alles nur [Abhängige](http://www.heise.de/newsticker/meldung/Drogenbeauftragte-560-000-Internetsuechtige-in-Deutschland-1349850.html) …

  2. […] ebenfalls in diesem Sinne interpretiert nannte sich Open Science — darüber habe ich schon etwas […]

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