Beschäftigungstherapie für die Wissenschaft

Ein Blog-Eintrag von Adoa hat meinen Computer vor dem Langeweile-Tod gerettet. Computer der Neuzeit verbringen die meiste Zeit ihres Daseins im Leerlauf. Surfen im Internet, Büroarbeit, Chatten oder was auch beanspruchen vielleicht 5-10% seiner Rechenleistung.

Schade eigentlich…

Aber man kann ein wenig von der eigenen Rechenleistung ganz leicht der Wissenschaft spenden: Mit der Software Berkeley Open Infrastructure for Network Computing (BOINC) lässt sich ganz leicht ein wenig Rechenleistung für die Teilnahme an verschiedenen wissenschaftlichen Projekten auf verschiedensten Themengebieten zur Verfügung stellen. Die meisten davon stammen von Universitäten, die naturgemäß mit dünnen Portmonnaies ausgestattet sind und sich die Berechnung auf den Supercomputern dieser Welt vielleicht schlicht nicht leisten können.

Der Stromverbrauch des Heimrechners nimmt dadurch natürlich auch je nach zur Verfügung gestellten Leistung etwas zu. Deswegen heißt es ja auch “Spende der Rechenleistung”. Im übrigen sind die hiesigen Preise für eine Kilowattstunde ja nicht besonders hoch (Naturstrom sogar je nach Tarif günstiger als E.ON-Angebote).

Ich nehme an dem Projekt für Klimaberechnungen der Universität Oxford teil (climateprediction.net). Die haben auch schon eine ansehnliche Anzahl an wissenschaftlichen Artikeln aus ihrer und “unserer” Arbeit veröffentlicht.

Für eine Klimavorhersage werden eine ganze Reihe Simulationen des Klimas mit bestimmten Anfangsbedingungen benötigt. Diese führt BOINC im Hintergrund aus und übermittelt bei Abschluss die Ergebnisse an die Projektserver. Je nachdem wie oft der Computer angeschaltet ist und wie viel Rechenpower man der Simulation zugesteht kann das Monate dauern. Zwischendurch werden natürlich auch in bestimmten Abständen ein paar Daten über den Projektverlauf an den Server übermittelt.

In Windows kann man sich den Simulationsstatus sogar als Bildschirmschoner anzeigen lassen. In Linux kann das zumindest der BOINCManager (boincmgr) in der erweiterten Ansicht.

Ich sehe gerade die Wolken-, Temperatur und Drückverteilung der Erdoberfläche am 4.12.1900 um 14:30 — sehr hübsch. Was haltet ihr von der Idee Rechenleistung dezentral (Zauberwort der Zukunft) der Wissenschaft für aufwendige Tätigkeiten zu Spenden?

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Peter Pan. Kann fliegen mit Feenstaub.

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Posted in Technik, Wissen und Wissenschaft
2 comments on “Beschäftigungstherapie für die Wissenschaft
  1. Adoa says:

    Man darf nicht vergessen, dass der Rechner im Leerlauf auch weniger Energie verbraucht. Immer Auslastung heißt auch höhere Stromrechnung. Solange man sich dessen Bewusst ist, kann man das auch machen. Werde ich auch sobald ich mal wieder neu installiert habe …

  2. laclaro says:

    Stimmt, das ist wohl im Artikel-Erstellungsprozess verloren gegangen. Allerdings sind zum Beispiel in Göttingen die Angebote der Stadtwerke (E.ON) (ATOM!) TEURER als die Ökostrom-Angebote (GRÜN AUS WASSER UND WIND).

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