kreativ für alle

Die klassische Musikindustrie ist zum Aussterben verdammt — harte These? Ihr liegt einfach die Überlegung zugrunde, dass es in Zukunft immer leichter wird sein eigenes künstlerisches Werk ohne großartiges Startkapital über das Internet bekannt zu machen und selbst zu vermarkten.

Dabei hat Tonmaterial im Vergleich zu klassischen Büchern, die mit zunehmender Tendenz auch selbst von den Autoren über das Netz vermarktet werden (z.B. mit lulu.com) den Vorteil, dass der Schritt vom klassischen Tonträger zur Datei auf der Festplatte kleiner ist, als vom gebundenen Buch zur digitalen Version.

Vermarktung digitaler Werke hat in der heutigen Zeit allerdings das Problem, dass die Verbreitung von illegalen Kopien über das Netz sehr einfach und kaum zu kontrollieren ist. Ohne eine strikte Regulierung des Datenverkehrs und der damit einhergehende Tod des freien Internets wie wir es heute kennen ist das nicht zu bewerkstelligen.

Wenn sich die reine Ware Musik nicht mehr verkaufen lässt, muss man sich etwas anderes überlegen.

Ein zukunftsfähiges Konzept scheint zu sein, die Menschen eben nicht nur für das Endprodukt allein, sondern für das eigene Schaffen insgesamt zu begeistern und sie am Entstehungsprozess teilhaben zu lassen. Das kann man zum Beispiel mit Hilfe eines aktiven Blogs mit Bildern, Tonschnipseln und so weiter erreichen. Die Fans könnten die Kreativität des Künstlers durch eigene Tonbeiträge bereichern oder Kommentare zu den gebotenen abgeben. Finanziert würde die investierte Zeit durch Menschen, die das was der Künstler tut gut finden und mehr davon wünschen.

Die Musik selbst könnte dann sogar gemeinfrei angeboten werden, vielleicht unter der Creative Commons Lizenz, denn der Künstler lebte ja von Live-Auftritten und dem ganzen Rest. Astronomisch viel verdient man dann zwar nicht, aber welcher Künstler tut das schon?!

Eine Platform zur Veröffentlichung und dem Konsum von freier Musik ist jamendo.com. Die Werke dort stehen zum Anhören und weiterbearbeiten im nicht-kommerziellen Rahmen zur Verfügung. Zusätzliche, gewerbliche Lizenzen können Firmen von den Künstlern auch erwerben, um Supermärkte oder Eingangsbereiche zu beschallen.

Eine Utopie zur Zukunft der Musikindustrie hat auch der elektrische Reporter vor einigen Monaten mal gegeben. Nebenbei bemerkt: Großartiger Podcast.

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Peter Pan. Kann fliegen mit Feenstaub.

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Posted in Freizeit, Gesellschaft, Technik
One comment on “kreativ für alle
  1. Adoa says:

    Die Lizenzen bei Jamendo sind nicht alle identisch: Es gibt dort durchaus Musik, die auch kommerziell genutzt werden kann. Aber eben nicht alles.

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