Musik-Dämon: MPD

Ich habe gerade bemerkt, dass ich noch gar nicht über meinen Lieblings-Musikabspieler geschrieben habe, den MPD. Die NPD? Nein, den MPD! Das ist der Music Player Daemon, ein kleiner Service, der deine Musiksammlung verwalten und abspielen kann. Dabei hat der mpd als Dienst keine eigene grafische Oberfläche, aber das ist in diesem Fall ein Vorteil. Ein Vorteil? Ja!

Das bedeutet nämlich nicht, dass man seine Musik jetzt aus der Kommandozeile heraus abspielen muss. Das Programm funktioniert nach dem sogenannten Client-Server-Prinzip. Das heißt der MPD selbst fungiert als backend, welches die eigentliche Arbeit (Dekodieren, Datenbankverwaltung,…) leistet und bietet Schnittstellen, die von wie auch immer gearteten Clients zu Steuerung angesprochen werden können.

Unter den Clients gibt es grafiklose für die Kommandozeile, Webfrontends, Browser-Plugins, kleine Benachrichtiger und ganz normale Desktopanwendungen. Und diese Trennung von Backend und Frontend ist auch die eigentliche Stärke des MPD.

Einerseits ist der MPD selbst unglaublich mächtig was Datei- und Ausgabeformate angeht und dabei noch superschnell, auch bei der Verwaltung von riesigen Musiksammlungen, andererseits ist man, was die Steuerung der abgespielten Musik betrifft, sehr flexibel.

Da kann man Beispielsweise auf dem winzigen Wohnzimmerserver einen MPD laufen lassen und neben der Ausgabe auf der direkt angeschlossenen Stereoanlage auch einen http-Radiostream ins lokale Netzwerk oder für die ganze Welt verteilen oder gleich direkt den eigenen pulseaudio-fähigen Laptop in der Küche mit Musik versorgen.

Die Steuerung des MPD, der auf einer bestimmten IP auf Port 6600 auf Befehle lauscht, kann von einem beliebigen Client erfolgen. Wenn man den Radiostream der Musiksammlung zu Hause jetzt auch noch auf seinem Bürorechner hören will, lässt sich die Steuerung auch mit einem Passwort schützen. Aber man kann die daheim vom MPD abgespielte Musik vom Büro-Client (mit der entsprechenden IP-Adresse) steuern.Das ist gigantisch. Für den nur-Musik-Server lässt sich noch dazu ein uralt-Rechner (oder ein Raspberry Pi oder ein Router mit DD-WRT?) verwenden, da der Dienst selbst sehr sparsam mit den Ressourcen umgeht und alle Performance-benötigenden Arbeiten (also: Grafik) auf dem Client-Rechner ausgeführt werden. Wenn man den Client beendet, damit also die Performance-fressende Komponente abschaltet spielt der Server natürlich weiter! Das ist insbesondere nützlich, wenn sowohl Server, als auch Client auf dem gleichen, eigenen PC laufen. Akku-Laufzeit ist immer gut😉
Ein Nachteil der des MPDs ist allerdings, dass die Musik stets erst der Datenbank hinzugefügt werden muss, bevor sie zum Abspielen bereit ist. Das kann insbesondere nervig sein, wenn ein Freund mit einer großen Sammlung vorbeischaut und “mal eben” etwas abgespielt haben will. Für solche Fälle solltet ihr (schon allein wegen der Video/Untertitelfunktion) einen smplayer am Start haben (der VLC verursacht oft solche Dekodierungsfehler).

Da spezielle Konfigurationen spezielle Anpassungen in den Konfigurations-Textdateien benötigen, lest euch hier ein bisschen was an:

Den mpd gibt es in den Quellen aller großen Linux-Distributionen, für Windows und Mac.

Viel Spaß bei allen Projekten!

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Peter Pan. Kann fliegen mit Feenstaub.

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One comment on “Musik-Dämon: MPD
  1. […] Player Minion: Ein MPD Browser […]

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